Schloßparkschule -Grundschule Geislautern

Schloßstrasse 21 -  66333 Völklingen-Geislautern

Tel.: 06898 – 7263

Streicherprojekt – www.streicherprojekt.de

 

 

Projektbeschreibung

 

 

 

1. Vorbereitung

 

 

Unter der etwas provozierenden Überschrift: „Mit Geigen gegen Pisa“ wurde in der Schloßparkschule (Grundschule) Geislautern die Idee geboren, beginnend mit dem Schuljahr 2004/05 ein Projekt zu starten, bei dem eine komplette 1. Grundschulklasse mit dem Erlernen eines Streichinstrumentes beginnt.

 

Angestoßen durch die Ergebnisse der PISA-Studie und in der Überzeugung einer fördernden Wirkung von Instrumentalunterricht bei Kindern (Intelligenz, Kreativität, Phantasie, soziale Kompetenz und Stärkung der Persönlichkeit), die nicht zuletzt noch einmal durch die Bastian-Studie untermauert wurde, sollte die Spontaneität und Offenheit von Grundschulkindern möglichst früh ausgeschöpft und das darin schlummernde Potential geweckt werden.

 

Musik als Förderunterricht im besten und weitest reichenden Sinn.

 

Die ideelle Patenschaft hat spontan der Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, Herr Günther Herbig, übernommen.

Inzwischen waren die Kinder bereits zu zwei Probenbesuchen beim Rundfunkorchester eingeladen und durften zusammen mit den RSO-Musikern musizieren.

Weitere gemeinsame Projekte, u. a. ein gemeinsames Konzert, sind geplant.

 

Natürlich werden auch der musikalisch-kulturelle Aspekt einer intensiven Musikausbildung, das Erkennen von Begabungen und die weitere Förderung der Kinder einen wesentlichen Raum einnehmen.

 

Nach den ersten noch wagen Überlegungen, wie ein solches Projekt aussehen könnte, wurde durch den damaligen Rektor der Musikhochschule Saarbrücken, Herrn Prof. Thomas Krämer der Kontakt zu Prof. Michael Dartsch hergestellt.

Michael Dartsch ist Professor für Elementare Musikpädagogik und Geigendidaktik an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Er war sofort bereit das Projekt fachlich zu begleiten und den Gruppen- und Einzelunterricht mit seinen Studenten zu betreuen.                                                                                                                                  

 

Dabei wurde die ursprüngliche Idee einer „Geigenklasse“  sehr schnell um die Instrumente Bratsche und Cello erweitert, was die frühen Möglichkeiten des Ensemblespiels eröffnete.

Für die Kinder bot sich außerdem die Wahlmöglichkeit zwischen drei Instrumenten.

 

Das größte Problem war die Finanzierung und Beschaffung von geeigneten Instrumenten, da (wenigstens im ersten Jahr) den Eltern keine Kosten entstehen sollten. Dies vor allem unter dem Aspekt, dass finanzielle Überlegungen kein Kind ausschließen sollten.

Außerdem mussten/müssen Instrumentenschränke in den Klassen installiert werden, da die Instrumente zunächst in der Klasse verbleiben.

 

Bei der Suche nach Sponsoren wurde sehr schnell eine große Akzeptanz und reges Interesse an dem einzigartigen Projekt sichtbar, so dass ein großer Teil des finanziellen Bedarfs aus diesen Quellen gedeckt werden konnte.

Ständige persönliche Ansprache, hunderte von Briefen und Telefonaten waren nötig, um die erforderliche Summe (am Anfang ca. 15.000,- € inzwischen ca. 35.000,- €) zusammen zu bringen.

Schulbudget (Schulträger) und Schulverwaltung wurden durch diese private Form der Finanzierung zunächst nicht belastet.

Inzwischen hat der Schulträger das Projekt als modellhaft anerkannt und für den Schuletat 2006 zusätzliche Mittel bereitgestellt.

Bei der Sponsorensuche wurden verschiedene Ressourcen ausgeschöpft:

-         Parteien und Politiker (Ministerpräsident, Kultusminister, Abgeordnete, Kommunalpolitiker)

-         Stiftungen und Verbände (z.B. Parteistiftungen, Lionsclub, Stadtwerke)

-         Landesbank, Sparkassen-Giro-Verband

-         Saartoto

-         Private Sponsoren und Firmen

-         ein Cello wurde vom Landesverband der Liebhaberorchester, ein weiteres Cello von einer Privatperson kostenlos leihweise zur Verfügung gestellt.

-         inzwischen hat auch der Kultusminister (nach einem Besuch in der Klasse) ein Cello gestiftet.

 

Begleitend dazu wurde das Projekt in Presse, Rundfunk und Fernsehen vorgestellt und dort sehr positiv besprochen, was die Spendenbereitschaft bei potentiellen Sponsoren erheblich gefördert hat.

Trotz anfänglicher Bedenken konnte pünktlich zum Projektstart die erforderliche Anzahl von Instrumenten finanziert werden.

 

Die Instrumente wurden bei einem Saarbrücker Geigenbauer gekauft, der auch die weitere Betreuung (Reparaturen, Wechsel zu größeren Instrumenten u. a.) gewährleistet.

Es sollte von Beginn an auch bei den Instrumenten auf Qualität geachtet werden, um den Kindern eine optimale Klangvorstellung und -erzeugung zu ermöglichen.

 

2. Beginn des Projektes

 

Bereits bei der Anmeldung zur Einschulung wurden die Eltern der Schulneulinge mit dem Projekt vertraut gemacht, und die Möglichkeit gegeben, ihr Kind für die „Streicherklasse“ anzumelden.

 

Ca. 4 Wochen nach Schulbeginn wurden die „Streicherkinder“ mit ihren Eltern zu einem Begrüßungskonzert geladen.

In diesem Konzert stellten die zukünftigen Lehrerinnen und Prof. Dartsch die verschiedenen Instrumente vor und musizierten einige Musikstücke solistisch und im Ensemble.

Danach konnten die Kinder die Instrumente ausprobieren und näher anschauen.

 

Für den zweiten Durchgang (Schuljahr 2005/06) wurde das Begrüßungskonzert bereits von den Kindern der ersten Klasse mitgestaltet.

Parallel dazu hatten die jetzigen Schulneulinge seit Beginn des Schuljahres die Möglichkeit, gelegentlich den Zweitklässlern zuzuschauen und Instrumente auszuprobieren.

 

In den Tagen nach dem Begrüßungskonzert wurden die Wahlen der Kinder gesammelt und so der Instrumentenbedarf ermittelt.

 

Die erste Gruppe setzt sich zusammen aus:

-         13 Geigen

-         5 Bratschen

-         7 Celli

So war eine Klasse von 25 Erstklässlern für das Projekt zusammengekommen.

Die Zusammensetzung der Klasse (16 Mädchen, 9 Jungen) stellt auch von der Herkunft eine interessante Mischung dar: 11 deutsche, 8 türkische und 6 italienische Kinder lernen und musizieren seither gemeinsam.

Hier sei noch angemerkt, dass die Schule in einem Einzugsgebiet mit relativ hohem Ausländeranteil und hoher Arbeitslosigkeit liegt. Es handelt sich keinesfalls um eine „ausgesuchte Klientel“.

 

Von Beginn an war mit eingeplant, dass im Laufe des ersten Jahres eine gewisse Anzahl von Kindern abspringen könnten.

Das Gegenteil ist der Fall: Die Kinder sind weit davon entfernt, „ihr“ Instrument aufzugeben – Schüler anderer Klasse zeigen zunehmend Interesse ebenfalls in irgendeiner Form teilzuhaben und ein Streichinstrument zu erlernen.

 

Im Schuljahr 2005/06 haben sich 27 Kinder für das Projekt gemeldet.

-         20 Geigen

-         3 Bratschen

-         4 Celli

Für das laufende Schuljahr 2006/07 sind 22 Kinder gemeldet

-         16 Geigen

-         3 Bratschen

-         5 Celli

 

Hier wurde vom Prinzip einer reinen Streicherklasse abgewichen und die Gruppen auf zwei Klassen aufgeteilt um eine gleichmäßige Zusammensetzung der beiden Klassen zu gewährleisten.

Durch die flexible Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen kann aber auch in dieser Konstellation täglich geübt werden. Dazu kommen die Streicherkinder zu den festgelegten Stunden zusammen, während die übrigen Kinder von einem Kollegen mit Förderunterricht betreut werden.

 

3. Der Unterricht

 

Auf Antrag der Schule wurde der Streicherklasse vom Kultusministerium im Rahmen des „Erweiterten Musikunterrichts“ eine dritte Musikstunde zugestanden.

Die Honorare für die Instrumentallehrer werden im Rahmen des „Kulturellen Praktikums“ jeweils rückwirkend am Ende des Schuljahres je zur Hälfte vom Kultusministerium und der Stiftung „Arbeit und Kultur“ ausgezahlt. Diese Maßnahme ermöglicht die Beschäftigung von externen Übungsleitern, Chorleitern und kulturellen Fachkräften im Rahmen schulischer Aktivitäten (Instrumentalgruppen, Schulchöre, Theater- oder Tanzgruppen). Die Honorarbeträge müssen über das Schuljahr von dem beteiligten Kulturverein vorfinanziert werden und werden erst nach Vorlage eines Verwendungsnachweises erstattet.

 

Was den Unterricht in der Form unseres „Streicherprojektes“ anging, konnten wir bis dahin auf keinerlei Erfahrungswerte und pädagogische Modelle zurückgreifen.

Besonders das gleichzeitige Unterrichten von drei unterschiedlichen Streichinstrumenten hat anfänglich Fragen aufgeworfen, die zu klären waren.

 

Inzwischen konnten durch die im ersten Durchgang gewonnenen Erfahrungen (und auch Fehler) für die folgenden Klassen Strategien und Formen gefunden werden, die  die anfänglichen Probleme vermeiden helfen.

Der eigentliche Instrumentalunterricht wird von Studentinnen der HfM durchgeführt, während der Klassenlehrer (bzw. der in der Klasse eingesetzte Musiklehrer) das tägliche Üben in der Klasse („wie Zähneputzen“) betreut.

Dieses tägliche Üben im Klassenverband hat sich zu einer festen Instanz im allmorgendlichen Unterrichtsablauf etabliert. Die Kinder freuen sich auf diese Stunde und sind mit Begeisterung bei der Sache. Dabei werden neu erlernte Stücke gefestigt, ein Repertoire aufgebaut und Auftritte und Präsentationen vorbereitet.

Noten werden „im Vorbeigehen“ gelernt. – So sind Noten in jeglicher Form ständig in der Klasse präsent. (Als Tafelbilder, Partituren, Notenspiele)

Häufig fragen Kinder die mit ihrer regulären Arbeit fertig sind, ob sie sich noch mit dem bereit liegenden Notenspiel beschäftigen können.

 

Inzwischen hat ist es auch üblich, dass einzelne Kinder oder Gruppen von zwei oder drei Kindern, nachdem sie ihre schulische Arbeit erledigt haben, ihr Instrument nehmen und sich in einen freien Nachbarraum zum Üben zurückziehen. Dabei kontrollieren sie gegenseitig ihr Spiel und ihre Haltung.

 

Einige Kinder in der 3. Klasse haben bereits begonnen zu „komponieren“. Fleißig und mit großem Ernst (auch mit guten Ergebnissen) schreiben sie Ihre musikalischen Ideen nieder, wobei die saubere Notenschrift manchen Profi vor Neid erblassen ließe.

 

Das gemeinsame Üben in der Schule/Klasse hat zudem weitere, nicht zu unterschätzende Funktionen und Effekte:

 

-         Die Eltern sind mit dem bei Einzelschülern meist als lästig empfundenen Üben nicht belastet, was zu einem entspannten Umgang beiträgt.

-         Die Kinder freuen sich auf das gemeinsame Üben und erleben die gemeinsamen Fortschritte positiv.

-         Das „aufeinander hören“ wird gefördert.

-         Die Disziplin wird als wichtige Größe von allen eingesehen, da sonst ein gemeinsames Arbeiten unmöglich wäre. (So sind Gäste und Zuhörer immer wieder erstaunt, mit welcher Konzentration und Disziplin die Kinder – auch schon im 1, Schj. -  auftreten.)

-         Das Zusammenspiel fördert die rhythmische Präzision.

-         In der großen Gruppe können sich gute Schüler „austoben“, d.h. sie können frei aufspielen, während Kinder mit Nachholbedarf ohne Probleme etwas leiser spielen oder auch aussetzen können. Zudem werden sie von der Gruppe mitgezogen und getragen und haben auch bei Defiziten ein Erfolgserlebnis.

-         Die Kinder sehen Fehler bei anderen, die sie vielleicht selbst auch machen (Haltung, Intonation) und achten dadurch auch auf das eigene Spiel.

-         Die letzte Stunde vor dem Wochenende ist als feste Zeit angesetzt, in der Eltern beim Üben zuhören können. Außerdem werden dann auch meist die Instrumente fürs Wochenende eingepackt (immer mehr Kinder nehmen ihre Instrumente, auch während der Woche, zum Üben mit nach Hause)

 

 

Einmal wöchentlich erteilen die Lehrerinnen den eigentlichen Unterricht

 

a)     in der Eingangsklasse zunächst ca. 20 min. in der Gesamtgruppe

mit rhythmischen Übungen, Spielen, Liedern, Bewegungs- und Haltungsspielen (Körperhaltung, Haltung des Bogens u.ä.)

und danach ca. 20 min. aufgeteilt nach Instrumentengruppen (Violine, Viola, Cello).

 

b)     in der jetzt zweiten bzw. dritten Klasse in Kleingruppen (2 – 4 Kinder)

und in Einzelstunden.

Hier wird bereits Erlerntes gefestigt, neue Stücke eingeführt und – wo nötig – wiederholt und vertieft.

Besonders begabte Kinder können nun schon speziell gefördert werden und schwächeren Kindern werden nachgeführt und in ihren Grundlagen gefestigt.

 

Gleichzeitig wird regelmäßig Musik gehört!!!!

Auch während der Stillarbeitsphasen des übrigen Unterrichts (Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst) hören die Kinder – gerne -  ausgesuchte Musik, besonders natürlich Streichermusik.

Ziel ist hierbei, den Kindern ein breites Kennen lernen von guter Musik zu ermöglichen (die Kinder fragen schon von selbst: „spielst du uns schöne Musik vor?“)

 

Wesentliche Grundlage auch des Instrumentalunterrichts ist auch das Singen!

 

Die meisten musizierten Stücke des Anfangsunterrichts werden auch gleichzeitig mitgesungen. Dadurch wird das Tongefühl gefestigt, sowie die Melodievorstellung und das Behalten von Tonfolgen unterstützt. Durch den Atembogen beim Singen wird unbewusst schon früh ein Gefühl für Phrasierung erworben; ganz abgesehen davon, dass das Singen (besonders auch mit lustigen Texten) den Kindern einen riesigen Spaß macht und in nicht zu unterschätzendem Maß Gemeinschaftsgefühl fördert. Viele der ersten Zwei- oder Dreitonstücke sind aus Gedichten oder Versen aus dem Lesebuch entstanden oder aus momentanen Situationen improvisiert.

Z.B.: „heute war der Zahnarzt da – das war wirklich wunderbar…..“ oder ähnliche.

 

Aus dem kleinen Lied „unser Gartenteich“ wurde für die Weihnachtszeit kurzerhand „Stern von Bethlehem“.

Das Liedchen: „Kling, klang Weihnachtsglöckchen“ wird jetzt, nach Weihnachten musiziert und gesungen als „Kling, klang kleines Glöckchen“.

Die Kinder haben sich daran gewöhnt, mit Texten und Melodien zu improvisieren und auszuprobieren und machen oft auch eigene Vorschläge.

Dabei zeigt es sich auch immer wieder, wie wichtig Authentizität und Originalität für das Selbstverständnis der Kinder ist. Ein Lied, das bisher noch keiner gesungen hat, ist immerhin etwas Besonderes.

Zum Ende des 2. Schuljahres im Sommer 2006 haben die Kinder der beiden 2. Klassen (Streicherklasse und Parallelklasse) ein Musical einstudiert und aufgeführt.

 

4. Zusammenfassung und Ausblick

 

Das Streicherprojekt der Schloßparkschule Geislautern gründet sicher zunächst einmal auf einer besonderen Konstellation:

(Anm.: Für den Erfolg besonderer Projekte ist sicher auch die Pflege und Nutzung von „Netzwerken“ hilfreich. Ich konnte feststellen, wie plötzlich ohne mein Zutun Spenden eingingen, weil Entscheidungsträger sich kurzgeschlossen hatten und weitere Sponsoren akquiriert hatten.)

 

1.      Die Idee zum Projekt wurde sofort positiv aufgenommen

2.      Die Schulleiterin unterstützte das Projekt von Beginn an ausnahmslos

3.      Kollegium und Eltern konnten schnell überzeugt werden

4.      Durch regelmäßige Projekte im kreativen und kulturellen Bereich (über Jahre hinweg) ist in der Schule ein Klima großer Offenheit für derartige Projekte entstanden.

 

Ab dem zweiten Schuljahr werden die Eltern auch finanziell an dem Projekt

beteiligt:

indem sie

a)     ein Instrument kaufen

b)     ein Instrument mieten

 

Inzwischen hat sich ein Förderverein Streicherprojekt e.V. gegründet, der die Sponsorengelder verwaltet, die Honorierung der Lehrer erledigt und die Anschaffung und Betreuung der Instrumente organisiert.

Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins werden auch zusätzlich erforderliche Unterrichtsstunden finanziert und Eltern, die aus verschiedensten Gründen dies nicht leisten können, bei der Instrumentenmiete und dem Instrumentenkauf unterstützt.

Dadurch soll das Prinzip erhalten werden, dass jedes Kind an dem Projekt teilnehmen kann.

Im nächsten Jahr ist die Einrichtung einer Nachmittags - AG (Orchester) geplant. Dies besonders im Hinblick auf Kinder, die nach dem 4. Schuljahr zu weiterführenden Schulen wechseln. Ihnen soll dadurch die Möglichkeit gegeben werden, weiter an dem Projekt teilzuhaben und in der gewohnten Zusammensetzung weiter zu musizieren.

Der Landesverband der Liebhaberorchester hat zudem angeboten, Kinder, die  die Schule verlassen, über Instrumentalpatenschaften zu betreuen.

 

Insgesamt hat sich das Streicherprojekt im dritten Jahr als feste Größe in der Schule und im schulischen Umfeld etabliert. Die Kinder werden immer häufiger eingeladen, bei den unterschiedlichsten Anlässen zu musizieren (Adventskonzerte, Neujahrsempfang u. ä.), was für die Kinder eine große Motivation bedeutet und ihnen viel Spaß bereitet.

 

Hier (zur ergänzenden Information)  allein die Aktivitäten und Auftritte des Herbstes 2006:

14. 9. : Besuch einer Probe des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken

geprobt wurde die Uraufführung eines Cello-Konzertes

Der neue Chefdirigent des RSO Christoph Poppen begrüßte die Kinder persönlich. Die Kinder des 2. und 3. Schuljahres hörten eine halbe Stunde aufmerksam und gespannt der Probe zu und waren anschließend ausnahmslos begeistert und beeindruckt.


15. 9. : Kurzportrait des Projektes

in der Rundfunksendung „Singendes Klingendes Dreiländereck (SR 3)


19.9. Verbrauchermesse: „Welt der Familie“  Auftritt am Stand der Staatskanzlei


24. 9Weltkindertag in Völklingen 


7.10.Kindermusiktag Lauterbach 


14. 10. Eröffnung einer kulinarische Rundreise durch Italien


5. 11. Seniorennachmittag der Stadt Völklingen


 

Diese Auftritte erfüllen mehrere Funktionen:

-         die Kinder freuen sich darauf, sich zu präsentieren.

-         auch schwächere Kinder können in der großen Gruppe auftreten und haben so Erfolgserlebnisse.

-         das Projekt wird bekannt und somit wird es leichter, die Entscheidungsträger zu überzeugen

-         bei den meisten dieser Präsentationen werden Spenden oder feste Honorare für die Finanzierung des Projektes (neue Instrumente etc.) erzielt.

-         die Eltern haben Gelegenheit die Fortschritte Ihrer Kinder zu erleben und begleiten die Auftritte unserer Streicherkinder mit dem entsprechenden Stolz.

 

Anekdotisches:

ein Mädchen ließ seine Geige fallen. Diese war Gott sei Dank nicht beschädigt aber stark verstimmt. Darauf sagte ich: „Deine Geige ist jetzt bestimmt traurig“ (das war freitags) – Montagmorgen kam das Mädchen sofort und fragte ganz traurig: „Ist meine Geige immer  noch traurig? Ich habe nicht geschlafen und immer nur an meine Geige gedacht.“

 

ein anderes Mädchen: „Ich habe meine Geige so lieb, wie meine Mama.“

 

Immer wieder ist auch zu beobachten, wie vor allem Mädchen aus dem 1. oder 2. Schuljahr ihre Instrumente liebevoll in den Arm nehmen oder ihnen einen Schmatzer aufdrücken.

 

Die Kinder wissen: „Üben heißt: Wenn man etwas nicht kann, muss man es so oft machen, bis man es kann.“  – Ein Junge setzte noch eins drauf: „Und wenn man es kann, muss man weiterüben, damit man es noch besser kann!“

 

Beim Besuch des Kultusministers sagte dieser zu den Kindern: „Das ist ja toll! Ihr seid die einzige Klasse in ganz Deutschland, die so etwas macht.“

Daraufhin sagte eine unserer kleinen Damen ganz schlagfertig und deutete in Richtung der ersten Klasse: „Das stimmt nicht! Da nebenan ist noch eine Klasse, die machen das auch!“