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HECTOR BERLIOZ war das
genaue Gegenteil eines musikalischen Wunderkindes; gar nicht früh und
eher beiläufig ist die Musik in sein Leben getreten. Gegen den
Widerstand seines - literarisch stark interessierten - wohlmeinenden
Vaters und verfolgt von den Verwünschungen seiner bigotten Mutter
wandte er sich als Zwanzigjähriger vom Studium der Medizin ab, um die
Laufbahn eines Musikers einzuschlagen. Von diesem Zeitpunkt an entwickelte
sich mit seinen Eltern eine jahrelange Auseinandersetzung. Die von
ihnen gewährte Unterstützung wurde ihm mehrmals entzogen und dann
wieder gewährt. Berlioz hielt sich mit einer Choristenstelle, die er
als Demütigung empfand, und
mit Stundengeben über
Wasser. Das Jahr 1830 schien für Berlioz der Beginn einer verheißungsvollen
Karriere: Er krönte sein Musikstudium mit dem Rompreis, einer
begehrten Trophäe; und mit der Pariser Premiere seiner »Symphonie
fantastique« (Berlioz' heftige, unerwiderte Leidenschaft für eine
geliebte Frau stellte den unmittelbaren biographischen Anlass für
diese Komposition) hatte er einen Sensationserfolg. Das Jahrzehnt
von 1832 bis 1842 war die fruchtbarste Periode in Berlioz' Schaffen.
Er produzierte eine staunenswerte Reihe von Hauptwerken und führte
sie mit zumeist großem Erfolg auf. Er errang zu dieser Zeit die
Anerkennung führender Musiker der literarischen und künstlerischen
Elite Frankreichs. Berlioz erhielt Staatsaufträge und das Ausland
begann auf ihn aufmerksam zu werden. Insbesondere war es Robert
Schumann, der sich in seiner »Neuen Zeitschrift für Musik«
mehrfach für Berlioz einsetzte.
Dessen Hoffnungen aber auf eine Professur am
Pariser Conservatoire zerschlugen sich. Er musste dort seinen . .
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