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Graham Lack
Komponist, Dirigent
* 1961

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Four Lullabies for SATB-Choir
(Vier Wiegenlieder für Gemischten Chor)
a cappella
 

Die hier veröffentlichten vier kurzen Chorsätze sind streng vierstimmig ohne Divisi. In ihrer direkten Sprache sind sie für Kammerchor a cappella gedacht oder können sogar von einem SATB-Vokalquartett gesungen werden. Die Vier Wiegenlieder eignen sich besonders zur festlichen Gestaltung eines Gottesdiensts in der Weihnachtszeit. Sie bieten sich aber auch als wirkungsvolles Konzertrepertoire an und können entweder einzeln oder als Zyklus in der hier vorliegenden Reihenfolge wiedergegeben werden. Die musikalische Sprache dieser Komposition entspringt einer erweiterten Tonalität, die auch modale Elemente und ein paar unerwartete harmonische Rückungen zulässt. Erfahrene Chorsänger werden mit dieser Herausforderung leicht zurecht kommen und die mal sanften, mal strengen Harmonien mit dem allen vier Stücken zugrunde liegenden Level an Dissonanz in Einklang bringen. Subtile dynamische Änderungen und fließende, doch niemals eilige Tempi wären wünschenswert.

 Das erste Liedpaar, “Jesu Sweete, Sonne Dear” und “At the Manger: Mary Sings”, kontrastiert einen anonymen Text des frühen 15. Jahrhunderts mit einem Gedicht des vergangenen Jahrhunderts von Wystan Hugh Auden (1903-73). Im zweiten Paar ist die Reihenfolge vertauscht: “The World’s Desire” ist die Vertonung eines Gedichts von Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), dem das bekannte mittelalterliche “I sing of a Maiden” folgt, ein mittelalterlicher Text aus anonymer Quelle, wahrscheinlich aus dem späten 15. Jahrhundert. Einen weiteren Grad an Vielfalt bringen auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven in den Gedichten: in “Jesu Sweete, Sonne Dear” spricht Maria direkt zum Kind, erzählt ihm von ihrem Schmerz. Und auch in “At the Manger: Mary Sings” spricht sie das Christuskind nochmals direkt an, obschon dieses Mal ihre Fragen von weitaus größerer metaphorischer Natur sind. In “The World’s Desire” beobachten wir nun Maria, und schließlich lobpreist in “I Sing of a Maiden” ein anonymer Beobachter die Jungfrau, wobei der mit großer Absicht neutral gehaltenen Ton dieses dennoch feinsinnigen, pastoralen Gedichts die Verbindung zwischen diesem Textpaar verstärkt.   

Die Uraufführung der Vier Wiegenlieder wurde am 7. Juli 1991 von dem englischen Ensemble Cantores Illuminati in St. Hedwig in Schwäbisch Gmünd im Rahmen des alljährlich dort stattfindenden Europäischen Festivals für Kirchenmusik gegeben und vom Komponisten dirigiert. Auch der Carl-Orff-Chor Marktoberdorf nahm dieses Werk in sein Repertoire auf und sang es etwa in St. Martin in Marktoberdorf im Oktober 1999 unter der Leitung von Andreas Hermann. Früher im selben Jahr wurde der Zyklus vom Choir of Queens’ College Cambridge in der Philharmonie im Münchener Gasteig als Teil des 10. Internationalen Chorkonzerts aufgeführt. Die Vier Wiegenlieder wurden vom WDR in Köln und vom Bayerischen Rundfunk aufgenommen. Der englische Kammerchor Polyphony spielte die Werke für BBC Radio 3 ein.

   

Musikverlag Hayo, Emmersweilerstraße 98, 66352 Großrosseln
Tel.: 06898 - 4 15 50 Fax: 06898 - 44 15 50, e-Mail: bernhard@hayo-music.com

Letztes Update: 03.02.2001