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SZ
NR. 279- MONTAG, 2. DEZEMBER 2002
Pincks
Musik-Schatz in neuem Satz-Gewand
Saarbrücken.
Verklingende
Weisen: Unter diesem Titel hat der lothringische Pfarrer Louis Pinck
(1873-1940) aus Hambach in fünf Bänden Volkslieder des deutsch-französischen
Sprachraums gesammelt - musikalische Schätze, die er durch seine
Dokumentation dem langsamen Vergessen entreißen wollte.
Dieser
Konservator-Aspekt prägte auch den zweiten Louis-Pinck-Kompositions-
wettbewerb für Chorlieder-Bearbeitungen; den der Saar-Sängerbund
zusammen mit dem Saarländischen Rundfunk ausgeschrieben hatte. Beim
Abschlusskonzert mit Preisverleihung legte Schirmherr Kultusminister Jürgen
Schreier den Finger auf diesen wunden Punkt: Das von Pinck
aufgezeichnete musikalische Volksgut solle eben nicht verklingen,
sondern durch zeitgemäße Bearbeitungen in immer neuem Satz-Gewande
Aktualität gewinnen.
Neben
Jürgen Schreier gratulierten den Preisträgern der Präsident des
SaarSängerbundes Hermann-Josef Hiery, Bundeschormeister Klaus
Fischbach und SR 2-Programmchef Frank Johannsen. Aus über 100
Bewerbern hatten fünf Komponisten die strenge Prüfung der dreiköpfigen
Jury überstanden. In der ersten Bearbeitungskategorie A-cappella-Chor
siegte Stefan Trenner aus Plattling mit einem spätromantisch unterfütterten
dreistimmigen Satz, den der Frauenchor St. Ingbert dynamisch
differenziert verwirklichte. Imitatorische Strukturen bestimmten das
polyphone Geflecht der Beiträge von Ulrich Hiestermann, Pavel
Brochin und Benedikt
Burghardt.
Der
Saarbrücker Organist Werner Spaniol
sorgte mit seinem vierstimmigen Arrangement "Ich hör' ein
Sichlein rauschen" (dritter Preis) für eine Überraschung, da er
als Einziger interessante zeitgenössische Harmonien von eigenartiger
Herbheit formulierte: vielleicht die eindrucksvollste Leistung des
Abends.
Die drei Preise der zweiten Kategorie für Chor mit Klavierbegleitung
teilten sich Stefan Trenner (zwei Preise) und Ulrich Hiestermann. Ein
zusätzlicher Sonderpreis des Kultusministeriums ging an Benedikt
Burghardt. Hohes Leistungsniveau kennzeichnete sowohl die
Kompositionsbeiträge als auch die stimmliche Verwirklichung. Neben
dem Frauenchor St. Ingbert wussten der Kammerchor Dillingen und das
Vokalensemble Hilbringen mit ausgezeichneter Intonation zu überzeugen.
PETER SCHROEDER
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