| Vorbemerkungen |
HY 2011 M |
Gloria | |
| des Komponisten | Martin Folz |
Credo |
Sanctus [1] [3] |
| Missa | Benedictus | Agnus Dei | |
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CD "o lux" mit MP3 Sounds |
für 4 - 8stimmigen Männerchor |
Da Pacem [1] [3] | |
Dieser Versuch einer Messekomposition für Chor a cappella ist sicher kein Versuch, eine Konzertmesse zu komponieren – es ist ohne Zweifel eine liturgische Messe geworden. Ich war schon immer der Überzeugung, daß die Kirchenmusik eine wichtige Funktion innerhalb der Liturgie zu übernehmen hat – meine Überzeugung geht sogar so weit, daß Kirchenmusik auch Predigt und Seelsorge ist – aus diesen Gesichtspunkten habe ich diese Missa komponiert – sie ist für Männerchor entstanden, weil mir dieses Genre sehr wichtig ist und ich mich als Bundeschormeister des SaarSängerBundes dafür einsetzen möchte, zu zeigen, daß auch ein Männerchor in der Lage ist seriöse, ehrliche Kirchenmusik zu singen, Kirchenmusik, die nicht nur stehenbleiben will in der Biedermeierzeit – sondern Kirchenmusik, die sich mit den Menschen in dieser Zeit verändert.
Das Kyrie ist ein sehr ruhiges, dreiteiliges Stück – im Mittelteil, dem Christe, übernimmt der Baß die thematische Führung, während die anderen Stimmen liegende Flächenklänge aufweisen – die Ähnlichkeit zu Synthesizerklängen war hier gewollt.
Das Gloria ist ein großer, schwungvoller Hymnus, am Schluß mit einigen virtuosen Koloraturen, im Mittelteil bei „ ... qui tollis peccata mundi“ in sehr elegischer Manier komponiert – Das Fanfarenartige „Quoniam tu solus Sanctus“ leitet dann über in einen sogenannten „Stretta – Schluß“, d.h. das Tempo wird zunehmend gesteigert.
Fanfarenmotive leiten dann auch das Credo ein – gewählt wurde ein ziemlich überzeugendes Motiv. In diesem Messeteil sind die stärksten Annäherungsversuche an Alte Musik zu finden, so z.B. bei der Textstelle „ ... et ex patre natum“ – dort wird eine sehr ans Mittelalter erinnernde Quint-Organum-Technik verwendet.
Im „Crucifixus“ hört man dann Anklänge an psalmodierende Musik, während bei den Textstellen „Qui cum Padre et Filio“ und „Et unam sanctam catholicam“ der Gregorianische Choral wiederum dominiert. Das Stück schließt mit den Fanfarenmotiven, mit denen es begonnen hat.
Das Sanctus versucht – wie bei Schubert – mit wenigen Akkorden eine sphärische Musik darzustellen – ich habe dabei sehr viel an Teilhard de Chardin gedacht und an seine metaphysischen Gedanken über Gott, Erde und Weltraum. Das Benedictus wurde in das Sanctus integriert – weil ich denke, daß es untrennbar miteinander verbunden ist, und ich auch nicht vorhatte, irgendwelchen Solisten hier einen Auftritt zu verschaffen. Ich habe aber versucht, mir die Situation damals vorzustellen – Jesu Einzug in Jerusalem, dieser frohe Empfang, diese Heiterkeit und den Tanz. Das Sanctus-Motiv beendet dann dieses Stück, aber es entfernt sich immer mehr, es verliert sich im Raum.
Das Agnus Dei ist in seiner Motivik vielleicht das leidenschaftlichste Stück in dieser Messe. Hier sollte der Gedanke der Opferung im Vordergrund stehen. So sind die Motive hier auch von einer starken Chromatik geprägt – die halbtonschrittweise Fortführung eines Motivs als Sinnbild des Leidens.
Das erste „Dona Nobis Pacem“
– Motiv erklingt in den Mittelstimmen als starker Cantus-Firmus, der auch so
von Posaunen vorgetragen werden könnte, flankiert von weichen, räumlichen Außenstimmen.
Nach einem letzten leidenschaftlichen Ausbruch, endet das Stück in einem sehr
leisen Flehen, unterstützt durch choralartige Melodik.
Der sehr eindringliche und – leider Gottes – zeitlose Hymnus Da Pacem war mir so wichtig, daß ich ihn in diese Messekomposition als eigenständiges Stück aufnehmen wollte. Der Original – Choral wird so als Beschluß der Messe zitiert. Mit dem Choral wird das Da Pacem auch eröffnet, danach folgen bei der Textstelle „Quia non est alius ...“ (denn da ist keiner außer Dir) kanonische Gebilde, quasi als Bild für die Völker, die um Frieden bitten.
Die Textstelle „ ... qui pugnet pro nobis“ erinnert in seiner Motivik wiederum an mittelalterliche Musik – sehr sehnsüchtig, weich erklingt der Text „Nisi tu ...“ – wenn nicht Du, unser Gott, uns hilfst.
Martin Folz